Aerger gibt Schub
Nutzen Sie das dynamische Potenzial, das im Frust steckt, um schwierige Situationen in Ihrem Sinne zu verändern.

Tatsache ist: Aerger muss sein. Stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten sich nicht mehr ärgern. Das wäre für die Psyche etwa so wie für den Körper, wenn er keinen Schmerz mehr empfinden könnte: Das wäre gefährlich und schädlich. Denn so, wie körperlicher Schmerz ein Warnzeichen ist, weisst der Aerger auf seelischen Frust hin.
Aerger ist ein Signal dafür, dass etwas unseren Erwartungen, unseren Regeln zuwiderläuft, dass etwas im Ungleichgewicht ist, etwas verändert werden muss - dieses Gefühl kann sich auf einen selbst oder auf andere Menschen beziehen. Ignorieren wir das Signal und verharren in der unguten Situation, kann der Aerger enorme gesundheitliche Schäden anrichten. So sollen zum Beispiel Allergien, Asthmaanfälle, Depressionen aber auch erhöhter Blutdruck in einem weitaus grösseren Mass auf den alltäglichen Aerger zurückzuführen sein als dies bis anhin vermutet worden ist. Wir tun also gut daran, auf den Aerger zu hören und ihn ernst zu nehmen – vor allem dann, wenn er chronisch auftritt.
Nutzen wir dieses Energiepotenzial als Impulsgeber, um unbefriedigende Situationen zu überdenken, aktiv zu werden und die einengenden Grenzen zu sprengen. Denn nichts ist frustrierender, als sich immer wieder über die gleichen Dinge oder Menschen zu ärgern. Betrachten wir den Aerger doch einfach mal als ein positives Gefühl: Er zeigt, dass wir Individuen mit eigenen Ansichten und Wertvorstellungen sind. Und diese können uns unterstützen, sich dort durchzusetzen, wo es einem wirklich wichtig ist.

Das Drei-Punkte-Programm
1. Aerger nimmt die Luft weg und behindert damit das klare Denken. Gegenmittel: Tief ein- und ausatmen. Zählen Sie dabei jeweils langsam auf sieben. Atmen Sie in diesem Rhythmus bis Sie spüren, dass der Aerger nachlässt.
2. Mit der Atmung haben Sie dem Aerger die Spitze gebrochen. Nun ist der Kopf klar genug, ihm auf den Grund zu gehen. Folgende Fragen sind dabei hilfreich: Ueber wen ärgere ich mich? Ueber andere? Oder schiebe ich sie nur vor und ärgere mich eigentlich über mich selbst? Worüber ärgere ich mich? Ist der Aerger einmalig oder tue ich es immer über dasselbe?
3. Jetzt ist die Zeit zum Handeln da. Die „Sprengsätze“ des Aergers enden alle mit einem Ausrufezeichen: „Jetzt ist Schluss!“, „Das lasse ich mir nicht mehr gefallen!“ Oder einfach „Nein!“ Nutzen Sie die Kraft, die sie freisetzen um Entscheidungen zu treffen und untragbare Situationen zu ändern.